Kaiserslautern | Die Rheinpfalz


Tekst: Christian HAMM

EIN RECHT BIZARRES SPEKTAKEL

„CONTACT ’91”: DAS „NEW SYMBOLISTISCH THEATER AMSTERDAM”

Daß die Niederlande weit mehr zu bieten haben als Käse und Tulpen, Exporte wie Fußballstars und Rudi Carrell, ist nicht erst seit gestern bekannt. „Nederlande – die Szene” hat da einiges zutage gefördert. Erfreulich sicherlich, daß „Contact ’91” als eine Art Spiegel niederländischer Kultur nicht nur eine vermeintlich ganz und gar repräsentative Auswahl bringt. Die Vorführungen vom Dienstag und Mittwoch haben noch einen ganz neuen Aspekt geliefert.
Das „New Symbolistisch Theater Amsterdam” gehört sicherlich zu den selteneren, ungewöhnlicheren Formen darstellender Kunst und ist in Kaiserslautern nicht unbekannt. Schon beim „Kottenfest” im letzten Sommer war der Auftritt der Akteure ein Erfolg. Allerdings hat die Vorstellung, die in der Kammgarn gleich dreimal zu sehen war, auch wieder einige Rätsel aufgegeben. Ein bizarres Spektakel, daß zwar einige zu begeistern vermag, mit dem allerdings auch ein großer Teil des Publikums nicht viel anfangen kann.
Da hüpfen zwei Schauspieler schrill ausstaffiert und mit unglaublichen Masken über die Bühne. Das wirkt phasenweise so grotesk, daß es schon wieder Spaß macht. Die bunten Typen liefern eine Revue, wie sie widersprüchlicher nicht sein könnte. Da wird kunterbunt hineingemixt, was in etwa zur Szenerie passen könnte. Viel Phantasie gehört sicherlich auch dazu, eine solche Show als Seifenoper zu apostrophieren.
Was bitteschön ist denn eine „soap opera” der Antike? Etwa die italienische Komödie, die zur „comedie italienne” mutierte „commedie dell’arte”, das Posentheater, das groteske Puppenspiel, aus deren reichhaltigem Fundus Elemente in die Show einfließen? Doch deren teilweise recht ernsten Hintergründe gehen hier ab. Und die Ausrede, sich eben auf seine eigene Weise über etwas lustig zu machen, reicht nicht immer aus. Ausflüchte in die Ironie gelingen nur, wenn sie voll und ganz verstanden wird.

CHRISTIAN HAMM

Kaiserslautern | Die Rheinpfalz


Tekst: Christian HAMM

EIN RECHT BIZARRES SPEKTAKEL

„CONTACT ’91”: DAS „NEW SYMBOLISTISCH THEATER AMSTERDAM”

Daß die Niederlande weit mehr zu bieten haben als Käse und Tulpen, Exporte wie Fußballstars und Rudi Carrell, ist nicht erst seit gestern bekannt. „Nederlande – die Szene” hat da einiges zutage gefördert. Erfreulich sicherlich, daß „Contact ’91” als eine Art Spiegel niederländischer Kultur nicht nur eine vermeintlich ganz und gar repräsentative Auswahl bringt. Die Vorführungen vom Dienstag und Mittwoch haben noch einen ganz neuen Aspekt geliefert.
Das „New Symbolistisch Theater Amsterdam” gehört sicherlich zu den selteneren, ungewöhnlicheren Formen darstellender Kunst und ist in Kaiserslautern nicht unbekannt. Schon beim „Kottenfest” im letzten Sommer war der Auftritt der Akteure ein Erfolg. Allerdings hat die Vorstellung, die in der Kammgarn gleich dreimal zu sehen war, auch wieder einige Rätsel aufgegeben. Ein bizarres Spektakel, daß zwar einige zu begeistern vermag, mit dem allerdings auch ein großer Teil des Publikums nicht viel anfangen kann.
Da hüpfen zwei Schauspieler schrill ausstaffiert und mit unglaublichen Masken über die Bühne. Das wirkt phasenweise so grotesk, daß es schon wieder Spaß macht. Die bunten Typen liefern eine Revue, wie sie widersprüchlicher nicht sein könnte. Da wird kunterbunt hineingemixt, was in etwa zur Szenerie passen könnte. Viel Phantasie gehört sicherlich auch dazu, eine solche Show als Seifenoper zu apostrophieren.
Was bitteschön ist denn eine „soap opera” der Antike? Etwa die italienische Komödie, die zur „comedie italienne” mutierte „commedie dell’arte”, das Posentheater, das groteske Puppenspiel, aus deren reichhaltigem Fundus Elemente in die Show einfließen? Doch deren teilweise recht ernsten Hintergründe gehen hier ab. Und die Ausrede, sich eben auf seine eigene Weise über etwas lustig zu machen, reicht nicht immer aus. Ausflüchte in die Ironie gelingen nur, wenn sie voll und ganz verstanden wird.

CHRISTIAN HAMM