ST.GALEN | TAGBLATT


Tekst: Helga SCHABEL

GROTESKE THEATER-PARODIE

Das «Nieuw symbolistisch Theater» aus Amsterdam war am Wochenende erstmals in der Kellerbfihne zu Gast.

«Der Triumph der Treue» ist auch das erste parodistische Programm der beiden jugoslawischen Wahlholländer Iva und Petar Mandich. Ihr «Divertissement theatral» versteht sich als Groteske auf die Welt des Theaters und lebt in erster Linie von einer ungeheuer aufwendigen Ausstattung.
Das Bühnenbild zeigt eine bukolische Landschaft. Ein Conferencier verheisst wortreich eine Reise in amouröse Gefilde, die dann, pannenreich zwar, in der Antike beginnt. Eine leierspielehde Schöne wird von einem Krieger umworben und als er in den Kampf ziehen muss, nimmt sie den Schierlingsbecher. !
Folgt der Orient, wohin ein Gottesmann sich verirrt, und von Scheherezade auf nicht sehr freundliche Weise ins Jenseits befördert wird. Als «Höhepunkt der erotischen Liebe» werden uns Iwan und Natascha vorgestellt, die sich in einem Pas de Deux zum Traumpaar aus «Schwanensee» mausern und auf ebenso tragische Weise enden wie anschliessend eine liebeshungrige Preziöse und ihr buckliger Diener. Statt wahrer, ewiger Liebe also – wohin man schaut und zu allen Zeiten – nur Mord und Verrat. Und auch zuletzt die aus Bomben-rauch geborene Venus – eine Ungetreue ..

Schrille Töne

Iva und Petar Mandich tragen dick auf in ihrem ersten parodistischen Programm, in dem sie die grellen, schrägen Töne bevorzugen. Die aufwendige Ausstattung schillert in den schrillsten Farbkombinationen und skurrilsten Details, überdimensionale Masken sollen die Groteske betonen. Der akustische Background: Ein musikalischer Verschnitt aus Oper, Operette und Hitlistenparade.
Die Dramaturgin und der klassische Tänzer versuchen nach eigenen Aussagen, «eine neue Theatersprache ohne Worte zu finden, in einer Einheit von Maske, Musik und Tanz».
In der St.Galler Auffuhrung schien der hohe Anspruch nicht ganz ge-glückt. Zumindest in der Freitagvorstellung liess gerade die Übereinstimmung von Darstellung und eingespieltem Ton stellenweise zu wünschen übrig. Im Kellergewölbe fehlte überdies den Zuschauern die für dieses Programm vermutlich nötige räumliche Distanz, fühlten sich die Darsteller selbst sichtlich eingeschränkt auf der kleinen Bühne. Schade um ein Programm, das unbestreitbar mit enormem Aufwand und Einsatz der beiden Künstler produziert wurde.

ST.GALEN | TAGBLATT


Tekst: Helga SCHABEL

GROTESKE THEATER-PARODIE

Das «Nieuw symbolistisch Theater» aus Amsterdam war am Wochenende erstmals in der Kellerbfihne zu Gast.

«Der Triumph der Treue» ist auch das erste parodistische Programm der beiden jugoslawischen Wahlholländer Iva und Petar Mandich. Ihr «Divertissement theatral» versteht sich als Groteske auf die Welt des Theaters und lebt in erster Linie von einer ungeheuer aufwendigen Ausstattung.
Das Bühnenbild zeigt eine bukolische Landschaft. Ein Conferencier verheisst wortreich eine Reise in amouröse Gefilde, die dann, pannenreich zwar, in der Antike beginnt. Eine leierspielehde Schöne wird von einem Krieger umworben und als er in den Kampf ziehen muss, nimmt sie den Schierlingsbecher. !
Folgt der Orient, wohin ein Gottesmann sich verirrt, und von Scheherezade auf nicht sehr freundliche Weise ins Jenseits befördert wird. Als «Höhepunkt der erotischen Liebe» werden uns Iwan und Natascha vorgestellt, die sich in einem Pas de Deux zum Traumpaar aus «Schwanensee» mausern und auf ebenso tragische Weise enden wie anschliessend eine liebeshungrige Preziöse und ihr buckliger Diener. Statt wahrer, ewiger Liebe also – wohin man schaut und zu allen Zeiten – nur Mord und Verrat. Und auch zuletzt die aus Bomben-rauch geborene Venus – eine Ungetreue ..

Schrille Töne

Iva und Petar Mandich tragen dick auf in ihrem ersten parodistischen Programm, in dem sie die grellen, schrägen Töne bevorzugen. Die aufwendige Ausstattung schillert in den schrillsten Farbkombinationen und skurrilsten Details, überdimensionale Masken sollen die Groteske betonen. Der akustische Background: Ein musikalischer Verschnitt aus Oper, Operette und Hitlistenparade.
Die Dramaturgin und der klassische Tänzer versuchen nach eigenen Aussagen, «eine neue Theatersprache ohne Worte zu finden, in einer Einheit von Maske, Musik und Tanz».
In der St.Galler Auffuhrung schien der hohe Anspruch nicht ganz ge-glückt. Zumindest in der Freitagvorstellung liess gerade die Übereinstimmung von Darstellung und eingespieltem Ton stellenweise zu wünschen übrig. Im Kellergewölbe fehlte überdies den Zuschauern die für dieses Programm vermutlich nötige räumliche Distanz, fühlten sich die Darsteller selbst sichtlich eingeschränkt auf der kleinen Bühne. Schade um ein Programm, das unbestreitbar mit enormem Aufwand und Einsatz der beiden Künstler produziert wurde.